> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://kisium.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Quereinstieg in die IT: Mein Weg vom Koch zum Cloud-Sysadmin
- URL: https://kisium.de/mein-weg-in-die-it/
- Published: 2026-11-01T22:09:42.000Z
- Updated: 2026-11-01T22:09:42.000Z
- Description: Vom Koch zum Cloud-Sysadmin: Wie ich ohne Studium in die IT wechsle, welche Coursera-Kurse mir helfen und warum ich über den Support einsteige.
- Author: Tobias Peine
- Tags: Mein Weg, Quereinstieg

\*Dies ist der erste Artikel einer Reihe. Ich schreibe ihn nicht, weil ich schon  
angekommen bin, sondern weil ich mittendrin stecke – und weil genau diese  
Perspektive in den meisten Ratgebern fehlt.\*  
  
Ich bin Jahrgang 1989, gelernter Koch und habe zuletzt im Kundenservice gearbeitet. Heute  
lerne ich IT-Support, Automatisierung mit Python und baue mir auf einem eigenen  
Server eine Umgebung auf, die ich vor zwei Jahren nicht einmal verstanden hätte.  
In diesem Artikel erzähle ich, wie ich dahin gekommen bin, was ich falsch gemacht  
habe und wie mein Plan für die nächsten Monate aussieht.  
  
\## Kurzfassung  
  
\* \*\*Ausgangspunkt:\*\* Ausbildung als Koch, danach verschiedene Jobs, zuletzt  
 Kundenservice beim Beitragsservice.  
\* \*\*Heute:\*\* IT-Support-Zertifikat abgeschlossen, zweiter Coursera-Kurs  
 (IT Automation with Python) läuft, eigener VPS mit Docker, Nginx, Paperless,  
 n8n und Ollama.  
\* \*\*Ziel:\*\* Systemadministration im Cloud-Bereich – über den Umweg IT-Support.  
\* \*\*Dauer:\*\* realistisch 12–24 Monate, nicht 3 Monate.  
  
\## Vom Koch zum Kundenservice  
  
Meine Ausbildung war eine klassische Kochlehre. Danach habe ich mehrere  
berufliche Wege ausprobiert, weil ich herausfinden wollte, wo ich hinpasse. Der  
letzte war der Kundenservice beim Beitragsservice: ein sicherer Job mit  
geregelten Zeiten – und trotzdem das Gefühl, dass ich hier nicht bleiben will.  
  
Der Auslöser war kein dramatischer Moment, sondern eine Summe: dieselben  
Gespräche, dieselben Abläufe, keine Entwicklung nach oben. Und daneben ein  
Hobby, das ich seit meiner Kindheit nie ganz losgeworden bin.  
  
\## Computer waren immer da  
  
Ich bin 1989 geboren und mit Rechnern aufgewachsen. Erst spielen, dann  
installieren, dann reparieren – bei Freunden und Familie war ich irgendwann der,  
der den Rechner wieder zum Laufen gebracht hat. Das war nie ein Plan, sondern  
Neugier. Genau deshalb war der Gedanke, daraus einen Beruf zu machen, so  
naheliegend – und gleichzeitig so ungewohnt.  
  
\## Was ich zuerst falsch gemacht habe  
  
Mein erster Anlauf war unstrukturiert: Tutorials hier, ein YouTube-Video da,  
mal ein bisschen Python, dann wieder nichts. Das Problem war nicht mangelndes  
Interesse, sondern das Fehlen einer Richtung. Ohne Ziel lernt man viel und kann  
nichts davon zeigen.  
  
Was mir geholfen hat, war eine klare Entscheidung:  
  
1\. \*\*Erst ein Bereich, dann alles andere.\*\* Ich habe mich für Support  
 entschieden, weil dort Berufserfahrung möglich ist, ohne dass ich schon  
 Spezialist sein muss.  
2\. \*\*Ein Zertifikat als Leitplanke.\*\* Ein Kurs mit festem Curriculum zwingt  
 mich, Dinge abzuschließen, die ich mir allein nie vorgenommen hätte.  
3\. \*\*Ein eigenes Projekt als Prüfstein.\*\* Theorie merkt man sich, bis der Kurs  
 vorbei ist. Was man auf einem Server zum Laufen bringt, bleibt.  
  
\## Was bei mir funktioniert  
  
Ich lerne in Eigenverantwortung – kein Studium, keine Umschulung, keine  
Bootcamp-Rechnung.  
  
\*\*Coursera, zwei Kurse\*\*  
  
Zuerst das IT-Support-Zertifikat: Netzwerke, Betriebssysteme, Hardware,  
Troubleshooting, Kundengespräche. Danach „IT Automation with Python" – dort  
geht es um Skripte, die Aufgaben übernehmen, die man sonst per Hand macht:  
Dateien verwalten, Logs auswerten, Prozesse automatisieren.  
  
Der zweite Kurs ist der spannendere, weil er genau an der Grenze zwischen  
Support und Systemadministration liegt. Wer Support-Aufgaben automatisiert,  
denkt schon wie ein Admin.  
  
\*\*Ein eigener Server als Spielwiese\*\*  
  
Statt nur mitzulesen, habe ich mir einen VPS gemietet und darauf eingerichtet:  
  
\* \*\*Docker\*\* für die Container  
\* \*\*Nginx Proxy Manager\*\* für die Domains und TLS-Zertifikate  
\* \*\*Paperless\*\* für Dokumente  
\* \*\*n8n\*\* für Automatisierungen  
\* \*\*Ollama\*\* und \*\*Open WebUI\*\* für lokale Sprachmodelle  
\* und schließlich \*\*Ghost\*\* für diesen Blog  
  
Das ist kein Enterprise-Setup. Aber ich habe dabei gelernt, was in keinem Kurs  
steht: warum ein Container nicht startet, was ein Reverse Proxy eigentlich macht,  
warum Ports und Zertifikate zusammenhängen und wie man ein Backup so baut, dass  
es im Ernstfall wirklich hilft.  
  
\## Warum über den Support in die Cloud?  
  
Der Wunsch, direkt als Cloud-Admin einzusteigen, ist verständlich – und für  
jemanden ohne IT-Berufserfahrung unrealistisch. Cloud-Systeme setzen  
Linux-Kenntnisse, Netzwerkverständnis und Betriebserfahrung voraus. Die lernt  
man am schnellsten dort, wo Systeme wirklich im Betrieb sind.  
  
Mein Plan ist deshalb bewusst konservativ:  
  
| Phase | Zeitraum | Inhalt |  
| --- | --- | --- |  
| 1 | jetzt | Zertifikate abschließen, Homelab dokumentieren, Bewerbungen vorbereiten |  
| 2 | 3–9 Monate | Einstieg als IT-Support / First-Level / Anwenderbetreuung |  
| 3 | 9–18 Monate | Im Job Richtung Linux, Netzwerke, Skripting; Cloud-Grundlagen (AWS oder Azure) |  
| 4 | 18–24 Monate | Wechsel in Richtung Systemadministration / Cloud Operations |  
  
Der Umweg ist kein Umweg. Er ist der Weg.  
  
\## Was ich anders machen würde  
  
\* \*\*Früher dokumentieren.\*\* Ich habe viel ausprobiert und wenig aufgeschrieben.  
 Rückblickend war das der größte Zeitverlust.  
\* \*\*Weniger Kurse parallel.\*\* Zwei Zertifikate gleichzeitig klingen gut, bringen  
 aber nichts, wenn keins abgeschlossen wird.  
\* \*\*Früher mit anderen reden.\*\* Ein Gespräch mit jemandem, der den Weg schon  
 gegangen ist, hätte mir Monate erspart.  
  
\## Fazit  
  
Ich bin nicht fertig. Ich habe einen Plan, ein Zertifikat, einen laufenden  
Server und eine ziemlich klare Vorstellung davon, wo ich in zwei Jahren sein  
will. Wer einen ähnlichen Weg vorhat: Der wichtigste Schritt ist nicht der  
perfekte Kurs, sondern der erste abgeschlossene.  
  
In den nächsten Artikeln schreibe ich darüber, wie ich den Support-Einstieg  
angehe, welche Zertifikate sich lohnen und wie mein Homelab aufgebaut ist.  
  
\*Wenn du den Weg mitlesen willst – oder selbst mittendrin steckst – trag dich in  
den Newsletter ein. Ich schreibe ein- bis zweimal im Monat, ohne Werbung.\*  
  
\---